Welt der Retrospektive

Erinnerung an die Magie der Vergangenheit - wie sie sich gewandelt hat und was heute noch davon übrig ist.

Kino der Achtziger – als Filmtheater noch eine Seele hatten

Größer, lauter und reichlich Effektkram. So könnte man in einem Satz die Veränderung zusammenfassen, die Filmtheater in den letzten 25 Jahren durchlaufen haben. Vorbei die Zeit der kleinen Kinos, wo eine Dame per Hand den Vorhang beiseite schob und der analoge 35mm-Projektor im Hintergrund surrte. Wenn man heutzutage als Unternehmer ein erfolgreiches Kino führen will, braucht man viel Kapital. Um damit die neuesten Popcorn-Blender einer Horde von Kulturbanausen in großen 3D-Hightech-Palästen servieren zu können. Dass Kino einst ein echtes Kulturgut war, fällt schwer zu glauben, hat man es damals nicht selber miterlebt. Aber vielleicht trügt die Erinnerung ja auch und früher waren Kinos bis auf modernere Technik nicht viel anders als heute?

Kino der Achtziger - als Filmtheater noch eine Seele hatten

Kino der Achtziger – als Filmtheater noch eine Seele hatten

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Blauer Dunst im Wandel der Zeit – als die Kippe noch cool war

Kaum eine andere Angewohnheit hat sich im gesellschaftlichen Stimmungsbild der letzten Jahrzehnte so stark gewandelt wie das Rauchen. Während noch in den Achtzigern Rauchen salonfähig war, in TV-Shows hemmungslos gequalmt wurde, ist heute eher das Gegenteil der Fall: Kippen sind verpönt. Der Zigarettenkonsum hat sich seit 1990 halbiert, und der Trend geht eher nach unten als nach oben. Zeit für eine Retrospektive zu Glimmstängeln, vollen Aschenbechern und mechanischen Zigarettenautomaten, in denen prinzipiell das zweite Geldstück hängenblieb.

Zigarettenautomat in den Achtzigern

Zigarettenautomat in den Achtzigern

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UK Hardcore – Britischer Hype der frühen Neunziger

Ab 1990 entstand in England ein elektronischer Musikstil, der schon ziemlich einzigartig war und seine Wurzeln in Acid House, Hip-Hop und Techno fand und als Hardcore bekannt ist. Ein Begriff, der in der elektronischen Musik mehrdeutig ist, stellen sich viele darunter etwas anderes vor, im schlimmsten Fall die Dancefloor-Band Scooter. Aber mit UK Hardcore ist hier weder „Hyper Hyper“ noch hartes Techno-Geknatter aus Rotterdam gemeint. Es geht zu den Britischen Inseln, zu den Wurzeln des Drum ’n‘ Bass vor gut 25 Jahren.

UK Hardcore – Britischer Hype der frühen Neunziger

UK Hardcore – Britischer Hype der frühen Neunziger

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Bremer Straßenbahn damals und heute – Fahrschein lösen zur Vergangenheit

Was waren die öffentlichen Verkehrsmittel früher unvollendet. Die Busse der Achtziger stanken nach Abgasen und man musste sich beim Einstieg immer ein paar Stufen hinaufquälen, oft noch eine sinnfreie Schranke öffnen, um dann drinnen Platz zu nehmen. Die Straßenbahnen waren nicht viel praktischer. Haben zwar nicht wie ein Frachttanker nach Diesel gerochen, aber der Einstieg erforderte immer ein höheres Maß an Geschicklichkeit. Viel zu enger Einstieg, die Stufen alles andere als ergonomisch. War man alt oder gehbehindert, glich der Einstieg einer Strapaze. Und wenn man im Rollstuhl saß, konnte man die Mitfahrt komplett vergessen. Diese Zeiten sind nun lange vorbei, und das Stadtbild wird heute von modernen, barrierefreien und ökologisch sauberen Fahrzeugen bestimmt. In Bremen als auch den meisten anderen deutschen Städten. Kein Grund also, den veralteten Relikten noch nachzuweinen, oder?

Bremer Straßenbahn – Fahrschein lösen zur Vergangenheit

Bremer Straßenbahn – Fahrschein lösen zur Vergangenheit

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Videotheken – fast ausgestorbenes Relikt der frühen Achtziger

Es waren mittelgroße Läden für Filmfreunde, vollgestellt mit Regalen, die mit leeren Filmhüllen und dazu passenden Schlüsselanhängern befüllt waren. Hing noch einer unter der Hülle, konnte man damit den Film bis zum nächsten Tag gegen Gebühr ausleihen. Erzählt man das der jungen Generation, wird man vermutlich skeptische Blicke und die Frage ernten, was so ein Blödsinn damals sollte – kommen Filme doch bekanntlich aus der Steckdose. In den frühen Achtzigern gab es aber noch kein Internet. Damals schossen Videotheken wie Pilze aus dem Boden, hatten bis in die späten Neunziger ihre Blütezeit und begannen dann langsam aber sicher zu sterben. Eine Videothek ist inzwischen ähnlich ausgestorben wie eine gelbe Telefonzelle. Und die ehemaligen bunten Läden sind inzwischen zu Mietwohnungen, Tattoo-Studios oder Ein-Euro-Shops umgewandelt. Dabei waren Videotheken mehr als nur Filmausleihen. Sie waren Ritual, Lebensgefühl und ein gutes Stück Achtziger und Neunziger.

Aufgegebene Videothek

Videomax (Bremen-Walle) – eine von vielen aufgegebenen Videotheken

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Thief – warum weniger mehr war

Einer der Urväter moderner Stealth-Spiele ist Thief – The Dark Project (1998), das in Deutschland eingedeutscht als „Dark Projekt – Der Meisterdieb“ veröffentlicht wurde. Es war zwar nicht das erste Spiel dieser Art, aber dennoch so abgerundet und innovativ, dass es eine Retrospektive wert ist. In keinem anderen Spiel war es reizvoller, spät in der Nacht auf Diebestour zu gehen, sich im Schatten zu verstecken und nebenbei ein paar Adelige um ihre Pfründe zu erleichtern. Und dabei von einer stimmigen Geräuschkulisse begleitet zu werden, die damals wie heute für Gänsehaut sorgt und einen voll und ganz in die virtuelle Welt eintauchen lässt.

Thief - Dark Project (1998) - Der Meisterdieb

Thief – Dark Project (1998) – Der Meisterdieb

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