Welt der Retrospektive

Erinnerung an die Magie der Vergangenheit - wie sie sich gewandelt hat und was heute noch davon übrig ist.

Online-Kommunikation im Wandel – und die Erinnerung an das PinguHuhn-Board

Interpersonelle Kommunikation kenne ich noch aus einer Zeit, wo diese meist von Angesicht zu Angesicht stattfand. Einzige Ausnahme war neben der Postkarte halt „der Apparat“ – jenes klobige Ding mit Wählscheibe, das meist in der Stube neben einem dicken Wälzer mit Telefonnummern stand. Der war praktisch, konnte man entfernten Individuen doch schnell eine Statusmitteilung übermitteln – sofern sie sich zuhause befanden. In den frühen Neunzigern machte man dieses Ding für den Massenmarkt mobil und die Werbung versprach uns „Telly D1 – Kuckst Du Basar, erzählst Du nach Hause“.

Auf dem Schulhof war der Dealer natürlich derjenige, der als erstes ein Handy hatte, und es dauerte nicht lange, bis jede Rotznase damit herumlief. Aber damit hatte die Revolution interpersoneller Kommunikation erst begonnen und neue Kommunikationswege standen bereit. Nur wenige Jahre später war die Welt voll und ganz im digitalen Wandel. SMS-Handys und das Internet betraten die Bühne, es schossen die ersten sozialen Netzwerke aus dem Boden und Web 2.0 wurde zum Schlagwort einer Generation. Bis hin zum Overkill, den man heute erlebt.

Das PinguHuhn.de v2.0 Board (2000-2009)

Das PinguHuhn.de v2.0 Board (2000-2009)

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Weihnachtsmärkte – Vorglühen zwischen Erinnerung, Punsch und Kitsch

Was wäre die Adventszeit ohne Weihnachtsmarkt? Zählt man nicht gerade zu den Weihnachtshassern, würde einem sicherlich etwas fehlen. Weihnachtsmärkte gehören einfach dazu, gar nicht mehr wegzudenken. Aber warum eigentlich? Glühwein, Currywurst und überteuerten Nippes findet man woanders auch. Was aber zieht die Massen jedes Jahr wieder in ein überfülltes Gewirr aus Holzbuden, Lichtern und angetrunkenen Stimmen?

Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt

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Final Fantasy VII – Retro-Rollenspiel und Artefakt der Jugend

Ich kaufte mir 1997 die Sony Playstation. Hauptsächlich wegen eines einzelnen Spiels – hatte für den November extra ein paar Wochen Urlaub genommen. Klingt verrückt, war auch so. Pünktlich zum Release stand ich im Laden, kaufte Final Fantasy VII, schaltete die Türklingel ab und war für die nächsten Wochen nicht erreichbar. Nach Suikoden war dies mein zweites JRPG. Und selbst heute, gut 17 Jahre später, hat es noch immer seinen festen Platz. Es wurde quasi zum Artefakt der späten Jugend. Warum das so ist, und warum für mich nur eine Handvoll Spiele diesen Status haben, will ich nun näher betrachten.

Final Fantasy VII – Retro Rollenspiel und Meilenstein

Final Fantasy VII – Retro Rollenspiel und Meilenstein

 

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Aktueller Software Markt – Denkmal für die coolste Spielezeitschrift

Die Jugend vor fast 30 Jahren war hart. Kein Smartphone, kein Internet. Neuigkeiten über Sachen von Interesse musste man über gebündeltes und bedrucktes Papier im Laden erwerben. Diese Objekte nannten sich Zeitschrift – ein Wort, das vielleicht bald den Archaismen zugeordnet wird. Eine dieser sog. Zeitschriften war Aktueller Software Markt, oder kurz ASM. Kostete anfangs um die 6 DM und erschien seit März 1986 monatlich am Kiosk. Der Name war nicht gerade eine Meisterleistung an Kreativität, aber auch hier gilt: „Never judge a book by its cover title“. Damals wurden Anglizismen glücklicherweise noch nicht so inflationär gebraucht. Spätere Zeitschriften nannten sich „Power Play“, „Video Games“ oder „Play Time“ – in Sachen Kreativität nicht viel besser, aber dem Zeitgeist konform.

ASM - Aktueller Software Markt

ASM – Aktueller Software Markt

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Trance – zehn zeitlose Klassiker

Zeitlose Musik ist Musik, die nicht nur im Rahmen einer jeweiligen Epoche funktioniert. Das Air von Bach aus der Suite No. 3 (1730) wäre so ein musikalisches Erbe, das auch noch in hundert Jahren funktioniert. Und warum soll es Zeitloses nicht auch bei elektronischer Musik geben? Die goldene Epoche des Trance ist längst vorbei. Und was heute noch so bezeichnet wird, hat mit der ursprünglichen Musik leider nicht mehr viel gemein. Aber das soll nicht daran hindern, einmal zurückzublicken und zu schauen, welche Produktionen von damals bestens gealtert sind und von ihrem Reiz nichts verloren haben. 

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Bremer Freimarkt – Impressionen zwischen Retro und Moderne

Bremen hat mehr zu bieten als man denkt. Neben Stadtmusikanten, Dom und Schnoor gibt es ja noch die „Fünfte Jahreszeit“. Zwei Wochen Freimarkt im Oktober, seit fast 1000 Jahren. Ischa Freimaak! Anfangs um den Dom herum und seit gut 80 Jahren auf der Bremer Bürgerweide. In diesem Jahr ist es zum neunhundertneunundsiebzigsten Mal soweit. Auch wenn der Name kostenlosen Spaß suggeriert, ist natürlich nur der Eintritt zum Festplatz frei. Dieser hat seinen Ursprung im Mittelalter, als Kaufleute ihre Waren zum „Freimarkt“ mal ohne Einmischung der Zünfte feilbieten durften. Zu jener Zeit war er noch ein reiner Warenmarkt, erst viel später wurde er zum Volksfest. Im Laufe der letzten hundertfünfzig Jahre wurden dann Gaukler, Quacksalber und Spielleute immer mehr durch Wurstbuden und Karusselle ersetzt.

Bremer Freimarkt

Bremer Freimarkt

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