Welt der Retrospektive

Erinnerung an die Magie der Vergangenheit - wie sie sich gewandelt hat und was heute noch davon übrig ist.

Freimarktsumzug – Wiederbesuch nach 25 Jahren

Festliche Brauchtümer wie Umzüge und Prozessionen sind eigentlich nicht so mein Fall. In meinem rheinhessischen Exil habe ich nur ein einziges Mal den Mainzer Rosenmontagszug mitgemacht, der ja zum Pflichtprogramm der Ansässigen gehört. Dabei zählen Paraden, Aufmärsche und Prozessionen seit gut 1000 Jahren zu den deutschen Bräuchen und sind fest im Kulturgut verwurzelt. Beim Besuch meiner Heimatstadt im Oktober fiel mir auf, dass ich den Bremer Freimarktsumzug seit 1993 nicht mehr besucht hatte. Als Kind war ich regelmäßig dort. Um nicht ganz als Kulturbanause dazustehen, beschloss ich, dieses Jahr mal wieder hinzugehen und Eindrücke zu sammeln.

Freimarkt und Freimarktsumzug (2018)

Freimarkt und Freimarktsumzug (2018)

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Might and Magic VI – RPG-Kult aus längst vergangenen Tagen

Ich erinnere mich gut an den Frühherbst vor 20 Jahren. Hatte in diesen jungen Jahren beschlossen, für ein Jahr oder länger mal auszusteigen und allen Zwängen üblicher Gesellschafts- und Erwerbspflicht was zu grinsen. Der Entschluss dazu kam ein paar Wochen vorher in Paris, abends beim Spazierengehen durch La Défense, in einem Moment der Klarheit – ähnlich dem von Jules Winnfield in „Pulp Fiction“, … nur ohne Muffin.

So beschloss ich also für eine Zeit lang Penner Aussteiger zu werden. Das finanzielle Polster war vorhanden, und es fehlte nur noch ein passendes PC-Rollenspiel zum Abdriften in fremde Welten. Das stolperte mir mit Might and Magic VI – The Mandate of Heaven eher zufällig über den Weg. Es war mein erstes Spiel dieser Reihe, und es katapultierte sich wie kein anderes in die Ruhmeshalle meiner Allzeit-Favoriten. Blicken wir zurück auf ein außergewöhnliches Rollenspiel.

Might and Magic VI - The Mandate of Heaven

Might and Magic VI – The Mandate of Heaven

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Sound der Achtziger – Electro-Funk im Schmelztiegel vieler Strömungen

Über die Musik der Achtziger kann man im Allgemeinen viel sagen. Der Sound war oft grell, trashig, weichgespült, aber auch brachial und kantig. Im Vergleich zu heute waren die Achtziger aber eines sicherlich nicht, nämlich langweilig. In kaum einem anderen Jahrzehnt haben sich so viele unterschiedliche und auch diametrale Musikrichtungen gebildet, die zwischen Subkultur und Mainstream pendelten und nebeneinander existierten. Zeit für eine Rückschau in ein einflussreiches Jahrzehnt, das in jungen Jahren in Sachen Coolness mit Electro und Electro-Funk mehr zu bieten hatte als Neue Deutsche Welle oder die Polonäse Blankenese.

Sound der Achtziger - Grandmaster Flash & the Furious Five

Sound der frühen Achtziger – Grandmaster Flash & the Furious Five

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Star Trek: Deep Space Nine – abgerundete Retro-Utopie

Gene Roddenberry konzipierte in den Sechzigern Star Trek, hierzulande ausgestrahlt als Raumschiff Enterprise. Die Science-Fiction-Fernsehserie um Kirk, Spock, McCoy und Konsorten, die den Weltraum im 23. Jahrhundert erforschen, erlangte schnell Kultstatus und hat noch heute ihre Fans. Im Gegensatz zu vielen anderen Zukunftsvisionen wurde hier eine humanistisch geprägte Utopie erschaffen. Soziale, wirtschaftliche und Umweltprobleme sind auf der Erde überwunden, Geld ist abgeschafft und in der Vereinten Föderation der Planeten widmet man sich der Erforschung unbekannter Orte in unserer Galaxis. Basierend auf Roddenberrys Makrokosmos erschienen später weitere Ableger. Einer davon ist Star Trek: Deep Space Nine (1993 bis 1999), dem dieser Rückblick exklusiv gewidmet ist.

Star Trek: Deep Space Nine

Star Trek: Deep Space Nine

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Wetterbericht – Warum man sich dieser Plage kaum entziehen kann

„Sonnt sich die Katz im Februar, muss sie im März zum Ofen gar.“ Mit solchen Weisheiten, die von Generation zu Generation weitererzählt wurden, haben unsere Vorfahren subjektiv empfundene und auf Erfahrung basierte Wetterzusammenhänge sich gegenseitig mitgeteilt. Allgegenwärtigen Zugriff auf die Meteorologie – der Lehre der chemischen und physikalischen Vorgänge in der Atmosphäre –, und dessen Abfallprodukt, dem Wetterbericht, hatte man noch nicht. Das war manchmal unpraktisch, z. B. für die Landwirtschaft. Oder wenn eine Reise kurz bevor stand und man die passende Kleidung auswählen musste. So musste man sich halt auf Gespür und Glück verlassen. Heute reicht ein Blick in die Wetter-App und man erfährt das Wetter der kommenden Tage. Und wenn man es nicht wissen will, dann erfährt man es unverlangt über viele andere Kanäle. Zeit für eine Betrachtung dieses Kuriosums.

Wetterbericht - Landplage der Gegenwart

Wetterbericht – Landplage der Gegenwart

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Arcade-Automaten – Ära der Videospiel-Groschengräber

Wenn man die Kindheit in den frühen Achtzigern verbracht hat, dann kann man sicher nachvollziehen, welche Leuchtkraft die frühen Spielekonsolen auf Kinderaugen hatten. Zu der Zeit gab es in Deutschland neben Atari 2600 und ColecoVision eigentlich nur ein paar Nischenprodukte sowie den Intellivision von Mattel. Dieses braune Plastik-Holzding mit den seltsamen Controllern stand auch daheim im Wohnzimmer. Das war quasi meine erste Videospiel-Konsole, mit der ich mich stundenlang beschäftigen konnte. Daneben gab es allerdings noch etwas Verlockenderes, das wie ein Magnet wirkte und an vielen öffentlichen Plätzen wie Gaststätten, Kinos, Imbissbuden und Supermärkten herumlungerte. Spielen gegen Geldweinwurf – die Zeit der Arcade-Automaten.

Arcade-Automaten

Arcade-Automaten in den Achtzigern

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