Welt der Retrospektive

Erinnerung an die Magie der Vergangenheit - wie sie sich gewandelt hat und was heute noch davon übrig ist.

Bremer Freimarkt 2014 – Impressionen zwischen Retro und Moderne

Bremen hat mehr zu bieten als man denkt. Neben Stadtmusikanten, Dom und Schnoor gibt es ja noch die „Fünfte Jahreszeit“. Zwei Wochen Freimarkt im Oktober, seit fast 1000 Jahren. Ischa Freimaak! Anfangs um den Dom herum und seit gut 80 Jahren auf der Bremer Bürgerweide. In diesem Jahr ist es zum neunhundertneunundsiebzigsten Mal soweit. Auch wenn der Name kostenlosen Spaß suggeriert, ist natürlich nur der Eintritt zum Festplatz frei. Dieser hat seinen Ursprung im Mittelalter, als Kaufleute ihre Waren zum „Freimarkt“ mal ohne Einmischung der Zünfte anbieten durften. Zu jener Zeit war er noch ein reiner Warenmarkt, erst viel später wurde er zum Volksfest. Im Laufe der letzten hundertfünfzig Jahre wurden dann Gaukler, Quacksalber und Spielleute immer mehr durch Wurstbuden und Karusselle ersetzt.

Bremer Freimarkt

Bremer Freimarkt

Weiterlesen …

Supermärkte – war kurz in der Vergangenheit einkaufen

Für die einen lästig, für andere euphorisierend. Durch und durch alltäglich und meist unvermeidlich: den Bedarf an Lebensmitteln irgendwo einzukaufen. Das war früher nicht viel anders, nur beschränkte sich das Angebot im Vergleich zu heute auf das Nötigste. Der Retro-Supermarkt von vor 30 Jahren war noch alles andere als „super“. Ich erinnere mich an die letzten „Tante-Emma“-Läden und enge Supermärkte mit nur einer Kasse. Klein, beschaulich und persönlich. Man kannte sich und wurde mit Namen begrüßt. Besonderes in Erinnerung das Rattern der Preisauszeichner und das laute Tippen an der Kasse. Barcodes waren Zukunftsmusik.

Wertkauf - Einkaufsrelikt auf großer Fläche

Wertkauf – Einkaufsrelikt auf großer Fläche

Weiterlesen …

Progressive House – Aufstieg und Fall in drei Dekaden

In den Neunzigern hatte ich mit House nicht viel am Hut. Das änderte sich ein wenig, als 1994 aus Großbritannien ein neues Subgenre namens Progressive House zu uns hinüberkam. Bekannt wurde der Terminus 1992, als Dom Phillips für Mixmag seine Eindrücke dieser neuen Form des House beschrieb: „Progressive House we’ll call it. It’s simple, it’s funky, it’s driving, and it could only be British”. Für neue Hypes waren die Engländer ja bekannt. Aber progressiv, also kontinuierlich ansteigend, konnte man die ersten Vertreter dieser Gattung noch nicht so richtig bezeichnen – dazu war meiner Meinung nach noch zu viel House und Dance mit drin. Erst später wurde Progressive House dem Namen wirklich gerecht. Nahm dürstend Elemente der Trance- und Techno-Bewegung auf, wurde dramaturgischer. Die Tracks bauten sich langsam und treibend auf, steigerten sich mit Flächen und dezent eingesetzten Vocals hin zur Ekstase.

Hard Hands - UK Progressive House Label

Hard Hands – UK Progressive House Label

Weiterlesen …

Lego – Grundbausteine einer Kindheit

Wenn ich an die Spielwaren der Kindheit zurückdenke, fällt mir neben Siku- und Matchbox-Modellen nur noch ein markantes Produkt ein: Plastik-Bausteine des dänischen Herstellers Lego. Den gibt es bereits seit 1932, und das markante rote Logo hat bei uns einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie das einer amerikanischen Burgerkette. Dass das Wort „Lego“ ein dänisches Kunstwort ist, welches sich von „leg godt“ (spiel gut) ableitet, ist wahrscheinlich den Wenigsten bekannt – und auch nur eine Randbemerkung wert.

Lego - Bausteine der Kindheit

Lego – Bausteine der Kindheit

Weiterlesen …

Retropie – Portal zu Dingen, die nicht in Vergessenheit geraten sollen.

Retropie ist online … ein weiteres Portal zu Dingen der Vergangenheit, die nicht in Vergessenheit geraten sollen. Man fragt sich jetzt, ob es nicht schon genug solcher Retro-Portale gibt? Was ist bei Retropie anders? Was bekommt man hier, was es nicht woanders schon gibt?

Immer mit der Ruhe. Retropie soll das Rad nicht neu erfinden. Hier geht es weniger darum, wahllos alte Dinge aufzulisten, die irgendwie „retro“ sind. Noch soll es ein Katalog verstaubter Dekaden werden. Im Retro-Blog dreht es sich viel eher um die Fragen: War früher wirklich alles besser? Wie haben sich die Dinge verändert? Was verbinde ich heute damit?  Zu diesem Zweck schreiben unsere Autoren und Gastautoren über ihren subjektiven Umgang von damals mit heute.

Wie sich das alles entwickelt, wird natürlich die Zeit zeigen. Wir wünschen euch schon einmal viel Spaß hier und freuen uns natürlich über viel Feedback aller Art!

Retropie - Damals war alles besser!

Retropie – Damals war alles besser!

Atari Lynx – der „Knochen“, den kaum jemand kannte

Die Mutter aller Handhelds, der Nintendo Game Boy, kam in Europa kaum früher als der Atari Lynx auf den Markt. Und obwohl er in Sachen Leistung, Grafik und Sound dem Lynx unterlegen war, feierte der Game Boy seinen Siegeszug. Jeder kannte ihn, viele hatten ihn. Den Lynx hingegen kannte kaum jemand. Ein schlecht vermarkteter Exot, zum Launch mit einem Preis von DM 399,- gut doppelt so teuer wie der Game Boy, das Spieleangebot überschaubar und keines der Spiele wirklich herausragend. Eigentlich kein Grund, diesem Flop nachzuweinen, oder?

Atari Lynx

Atari Lynx – erste Generation

Weiterlesen …

Trance – Erinnerung an die Anfänge

Irgendetwas geschah um 1995. Ich kann nicht genau erklären, was es war, aber es änderte sich etwas mit dieser Musik. Und das leider nicht zum Positiven. Wenn man zu der Generation gehört, die die frühen Jahre elektronischer Clubmusik um 1992 mitbekommen hat, dann lässt sich das vielleicht nachvollziehen. Im Grunde gab es drei populäre Stilrichtungen: Techno, House und Trance. Die ganzen Subgenres waren noch in der Keimung und britische Hypes wie Happy Hardcore (Breakbeat) oder Jungle auf dem europäischen Festland noch wenig angekommen.

Abstract Records – Twisted Systems Vol. I (1994)

Abstract Records – Twisted Systems Vol. I (1994) [retropie.de]

Weiterlesen …